Besuch im Rhein-Hunsrück am 12.05.2014

Pressemitteilung von Ivonne Horbert:

Die Grünen reagieren auf die anhaltende Kritik an dem Ausbau der Windenergie im Hunsrück. Andreas Hartenfels, der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Landtagsausschusses für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung, kündigte bei einem Besuch im Rhein-Hunsrück-Kreis an, gegenüber der Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald zu signalisieren, dass weitere Windkraftanlagen im Hunsrück kaum mehr sinnvoll sind. Auch wolle er sich für eine Reduzierung der Befeuerung einsetzen, die bei vielen Bürgern zunehmend auf Unmut stößt. 

„Der Hunsrück ist Vorreiter im Bereich der erneuerbaren Energien. Und die Menschen können stolz darauf sein, was hier geleistet wurde“, lobte der grüne Landtagsabgeordnete. In vielen Bereichen wie bei der Solidarpaktlösung in der Verbandsgemeinde Rheinböllen oder bei den Investitionen der Pachteinnahmen aus WEA  für Bürger in der Ortsgemeinde Külz diene der Hunsrück für viele andere Regionen als Vorbild. „Allerdings zeigen sich hier auch negative Seiten, die durch eine fehlende großflächige Planung seitens der Planungsgemeinschaft entstanden sind“, bedauerte Hartenfels.   

Auch Thomas Görgen, der Kreisvorstandssprecher von Bündnis 90/Die Grünen, hielt weitere Windkraftanlagen im Soonwald für nicht sinnvoll. Er verwies auf einen entsprechenden Antrag der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen mit dem Ziel einer Ausweisung der Kernzone als Naturschutzgebiet, der aber keine Mehrheit im Kreistag fand. „Dadurch wären weitere Eingriffe in diesen wichtigen Lebensraum ausgeschlossen worden“, betonte Görgen. Immerhin weise aber das Umweltministerium in Kürze im Naturpark Soonwald-Nahe eine Kernzone zum Schutz des Soonwaldes aus, unterstrich er. 

Bei seinem halbtägigen Besuch im Hunsrück machte sich der grüne Landtagsabgeordnete zusammen mit dem Kreisvorstand und den Kreistagskandidaten von Bündnis 90/Die Grünen ein Bild von zahlreichen Projekten im Rhein-Hunsrück-Kreis, in denen die erneuerbaren Energien gefördert werden. 

In Schnellbach hörten sich die Grünen nicht nur das Brummen der Windräder, sondern auch die Wünsche und Sorgen der Bürgerinnen und Bürger an und diskutierten Lösungsmöglichkeiten. Einigkeit herrschte darüber, dass der Lärmschutz auch für Windräder gilt und dass die Nachtruhe der Menschen vor Ort gewährleistet werden muss. Aloys Schneider aus Külz  informierte über  den Stand des Nahwärme-Netzes und den geplanten Ausbau. Hierbei ging es auch um die Frage der Erweiterung des Angebotes von Forstbetrieben  um Energieholz und Holzhackschnitzel zur Befeuerung des Nahwärmenetzes. 

In Mörschbach stellte Ortsbürgermeister Dieter Michel  den Solarpark seiner Gemeinde vor. Sechs Nachführsysteme stellen die Kollektoren im Laufe des Tages immer in einen optimalen Winkel zur Sonne und ermöglichen so einen rund 30 Prozent höheren Ertrag als festinstallierte Kollektoren. In Mörschbach können  schon rund 25 Haushalte mit Sonnenstrom ihren Jahresverbrauch decken. Im Anschluss setzten  sich die Bündnisgrünen mit interessierten Bürgermeistern zu einem Erfahrungsaustauch  in Bezug auf die Energiewende zusammen und diskutierten über den Prozess des Windkraftausbaus im Hunsrück. Hier konnte Arno Imig, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rheinböllen, die Vorteile einer guten und frühen Solidarpaktplanung erläutern. 

„ Für mich hat dieser Tag gezeigt, dass es nicht ohne die frühe Einbindung der Bürgerinnen und Bürger geht. Transparenz in den Planungs- und Entscheidungsprozessen, nicht nur bei der Windkraft, sind einfach unabdingbar. Die Menschen müssen mit ihren Bedenken und Ängsten wahrgenommen werden und die Entscheidungsträger sollten sich vor Ort ein Bild der Situation machen, über die sie dann entscheiden. Grundsätzlich gilt für mich bei der Planung von Großprojekten, die die Allgemeinheit betreffen, auch die Allgemeinheit im Blick zu behalten.  Ich möchte die Gemeinden gerne unterstützen eine gemeinsame und gute Lösung für die Gemeinschaft der Hunsrücker zu finden. Es gilt den Blick nach vorne zu richten“, unterstrich Ivonne Horbert, Kandidatin für den Kreistag. 

„In unserem Landkreis ist die Lebensqualität vieler Bürger auch durch Lärmquellen wie Straßen-, Bahn- und Fluglärm stark beeinträchtig. Wir setzten uns  bei diesem Thema schon lange sehr engagiert ein. Dies gilt selbstverständlich auch für Windräder, die nicht zu Gesundheitsschäden führen dürfen. Unabhängige Gutachten und Messungen über einen längeren Zeitraum hinweg könnten hier Klarheit bringen“, erklärt Andreas Roll vom grünen Ortsverband Boppard.

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